Rund 100 Gartenfachberater des Verbandes Wohneigentum Westfalen-Lippe nahmen an der Veranstaltung teil, die der Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW in Zusammenarbeit mit dem VWWL durchführte. Ein Fazit für die Gartenfachberater war dabei: Wenn ein Garten wenig Freude bringt, liegt es häufig am Eigentümer selbst – weil er bei der beliebten „Do-it-yourself“-Gartengestaltung fachliche Grundvoraussetzungen ignoriert hat – anstatt Experten wie Landschaftsgärtner oder Gartenfachberater hinzu zu ziehen.
Wie Garten- und Landschaftsarchitektin Margarete Hoberg-Klute (Sundern-Stockum) mit zahlreichen Bildern vor Augen führte, ist es für jede Gartengestaltung wichtig, ein Konzept zu entwickeln: „Haus und Garten müssen sich ergänzen und eine Einheit bilden.“ Ziel sollte zudem sein, ein Erscheinungsbild zu schaffen, das über die gesamte Vegetationsperiode beeindruckt. Ihren Worten zufolge ist es sinnvoll, sich an Gestaltungsprinzipien zu halten. Während ein Sammelsurium an Einzelstücken selten Harmonie entstehen lässt, steht zuviel freier Raum dem Entstehen eines Geborgenheitsgefühls entgegen.
Ob großer oder kleiner Garten – für beide gilt, dass sie oftmals interessanter wirken, wenn sie nicht mit einem Blick überschaubar sind. Mit Hecken lassen sich beispielsweise Gartenräume bilden, in denen sich Unterschiedliches entdecken lässt. „Wichtig ist ein klares Konzep.“ Und dabei sei es egal, ob eine minimalistische oder üppige Gartengestaltung bevorzugt werde. „Der Planer gibt Hinweise für die Gestaltung des Gartens, der Besitzer bringt ihn letztlich zum Leben“, so die Landschaftsarchitektin.
Nicht nur am Tag macht ein Spiel von Licht und Schatten einen Garten interessanter. Besonders in der Dämmerung und den dunkleren Tagesstunden kann Licht einen Garten in Szene setzen. Welche Möglichkeiten es gib, mit künstlichem Licht den Gartentag reizvoll zu verlängern, verdeutlichte Dipl.-Ing. Jan-Hinrich Seume (Bonn). „Licht im Garten liegt im Trend der Zeit“, so der Spezialist für Gartenbeleuchtung.
Wie Seume ausführte, sorgt künstliches Licht für optische Erlebnisse, wenn es gezielt eingesetzt wird und Schwerpunkte bildet. „Es geht nicht darum, den Garten taghell auszuleuchten.“ Er empfiehlt indirekte Beleuchtung – beispielsweise von Solitärbäumen in warmen Lichtfarben. „Licht, das nicht objektbezogen ist, verpufft in der Wirkung.“
Text: Christian Weber (pcw)